Frühstück für die Mitarbeiter und seine steuerlichen Konsequenzen

Das Finanzgericht Münster hat sich in einem aktuellen Streitfall mit der Frage befasst, ob trockene Brötchen in Kombination mit Heißgetränken ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug in Form eines Frühstücks sind.

Ein Softwareunternehmen mit 80 Mitarbeitern bestellte täglich ca. 150 Brötchen (Laugen-, Käse-, Schoko- und Roggenbrötchen etc.), die in Körben auf einem Buffet in der Kantine für Mitarbeiter sowie für Kunden und Gäste zum Verzehr zur Verfügung standen. Dabei wurden nur die Brötchen, aber kein Aufschnitt oder sonstige Belege ausgereicht. Zudem konnten sich die Mitarbeiter, Kunden und Gäste ganztägig unentgeltlich aus einem Heißgetränkeautomaten bedienen. Ein Großteil der Brötchen wurde von den Mitarbeitern in der Vormittagspause verzehrt.

Finanzamt will Mahlzeit versteuern

Das Finanzamt sah hierin eine unentgeltliche Zurverfügungstellung einer Mahlzeit an Arbeitnehmer in Form eines Frühstücks, welches als Sachbezug mit den amtlichen Sachbezugswerten von 1,50 € bis 1,57 € je Mitarbeiter und Arbeitstag zu besteuern sei.

Brötchen ohne Belag ist kein Frühstück

Der hiergegen erhobenen Klage gab das Finanzgericht Münster statt (Urteil vom 31.05.2017, Az. 11 K 4108/14). Ein trockenes Brötchen und ein Heißgetränk seien kein Sachbezug in Form eines „Frühstücks“ im Sinne von § 8 Abs. 2 Satz 6 EStG i. V. m. § 2 Abs. 1 Sozialversicherungsverordnung. Zu den Mindeststandards eines Frühstücks gehöre nach dem allgemeinen Sprachgebrauch neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich. Im Streitfall handele es sich deshalb um einen Sachbezug in Form von „Kost“ im Sinne von § 8 Abs. 1 Satz 1 EStG, was zur Folge habe, dass eine andere Freigrenze Anwendung finde, welche im Streitfall nicht überschritten worden sei.

Hinweis: Wer seinen Mitarbeitern unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten anbietet, muss sowohl die lohnsteuerlichen als auch die umsatzsteuerlichen Besonderheiten kennen. Ohne Lohn- und Umsatzsteuer sind beispielsweise Tee, Kaffee, Softgetränke, Obst und Kekse – und nach dem aktuellen urteil auch trockene Brötchen. Gerne beraten wir Sie, welche Pauschalen und Sachbezugswerte wann und wo gelten.

(FG Münster / RES JURA Redaktionsbüro)

Aktuelles

13. Jul 2018 Keine Lohnsteuerpauschalierung im Fall der Gehaltsumwandlung Das Finanzgericht Düsseldorf hat entschieden, dass eine pauschale Lohnversteuerung von Zuschüssen des Arbeitgebers zu Fahrtkosten und Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Internetnutzung nur zulässig ist, wenn diese Leistungen zusätzlich zum ursprünglich vereinbarten Bruttolohn erbracht werden. mehr

05. Jul 2018 Geschäftsführerhaftung bei Bestellung des Sachwalters Ein Geschäftsführer kann grundsätzlich auch für Zeiträume der Eigenverwaltung in Haftung genommen werden. Dies hat das Finanzgericht Münster in einem aktuellen Streitfall klargestellt. mehr

28. Jun 2018 Mindestlohn steigt auf 9,19 Euro im Jahr 2019 Die Mindestlohn-Kommission hat ihren Anpassungsbeschluss gefasst. Es ist turnusgemäß der zweite Bericht seit der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns. Dieser liegt derzeit bei 8,84 Euro brutto je Zeitstunde. mehr

Kontakt

Zentrale: +49 911/274 23 23 - 0 E-Mail: infoNo spam, please@iovos.de Standorte: Nürnberg, München, Frankfurt, Regensburg Ansprechpartner: Rechtsberatung, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung