Pauschaler Verlustrücktrag ab sofort möglich

29.04.2020

Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise mit einem Verlust in diesem Jahr rechnen, können ab sofort neben den bereits für 2020 geleisteten Vorauszahlungen auch eine Erstattung von für 2019 gezahlten Beträgen beantragen – auf Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustes für das aktuelle Jahr. So erhalten Unternehmen schnelle und unbürokratische Liquiditätshilfe.

Mit dem pauschalen Verlustrücktrag will die Bundesregierung für kleine Unternehmen und Selbstständige im Handel, in der Kultur und im Gastronomiebereich notwendige Liquidität schaffen, unabhängig davon, ob die Geschäfte coronabedingt weiterhin geschlossen bleiben oder bereits wieder geöffnet wurden. Die konkreten Details regelt ein neues BMF-Schreiben.

Die beschlossene Pauschalierung bringt für die betroffenen Unternehmen eine entscheidende Vereinfachung. Gerade in der aktuellen Situation ist der für 2020 zu erwartende Verlust vielfach nur schwer zu bestimmen. Die üblicherweise erforderlichen Nachweise sind für die Verwaltung und die Steuerpflichtigen mit einem hohen Aufwand verbunden. Diese fallen durch das Pauschalverfahren weg.

Pauschaler Verlustrücktrag jetzt beantragen

Betroffene Steuerpflichtige mit Gewinn- und Vermietungseinkünften können die nachträgliche Herabsetzung der Vorauszahlungen zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2019 jetzt auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags (§ 10d Absatz 1 Satz 1 EStG) beantragen. Eine Betroffenheit liegt regelmäßig dann vor, wenn die Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2020 bereits auf null Euro erfolgt ist.

Keine Rückzahlung in Verlustzeiten

Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag aus 2020 beträgt 15 % der maßgeblichen Einkünfte, die der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt sind. Auf dieser Grundlage erfolgt die Neuberechnung der Vorauszahlungen für 2019. Eine Überzahlung wird erstattet. Wenn es dem Unternehmen wieder besser geht und es wider Erwarten im Jahr 2020 doch Gewinn macht, zahlt der Unternehmer diese Finanzspritze wieder zurück. Solange das Unternehmen Verluste ausweist, muss sie nicht zurückgezahlt werden.

Hinweis: Nach der neuen BMF-Regelung können Unternehmen in diesem Jahr absehbare Verluste mit bis zu 15 % ihres früheren Jahresgewinns verrechnen. Damit könnten sie schon 2020 eine Rückerstattung von Finanzamt erhalten, die andernfalls erst im Frühjahr 2021 möglich gewesen wäre. Höchstgrenze für den Verlustrücktrag ist der Betrag von einer Million Euro. Gerne beraten wir Sie zur Beantragung und weiteren Details.

(BMF / RES JURA Redaktionsbüro)