Doppelte Haushaltsführung: Einrichtungsgegenstände sind voll abziehbar!

07.06.2019

Der BFH hat jetzt klargestellt, dass Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat für eine im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzten Wohnung nicht unter die Höchstbetragsbegrenzung von 1.000 € fallen. Diese Kosten sind damit in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar.

In dem entschiedenen Fall hatte der Kläger eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung. Aufwendungen für die Miete nebst Nebenkosten sowie Anschaffungskosten für die Einrichtung machte er als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nur in Höhe von 1.000 € je Monat an, da die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Unterkunft nach der Neufassung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2004 auf diesen Höchstbetrag begrenzt sei.

Aufwendungen in voller Höhe abzugsfähig

Der Auffassung des Finanzamts widersprach bereits das Finanzgericht. Die Kosten der Einrichtung (Absetzung für Abnutzung auf angeschaffte Einrichtungsgegenstände und Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter) seien keine Kosten der Unterkunft und seien daher nicht mit dem Höchstbetrag abgegolten. Da die übrigen Kosten den Höchstbetrag nicht überschritten hätten, seien die Aufwendungen in voller Höhe abzugsfähig.

BFH bestätigt höchstrichterlich

Der BFH bestätigte die FG-Entscheidung nun mit seinem Urteil vom 04.04.2019 (Az. VI R 18/17). Gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG sind nur die Kosten der Unterkunft auf den Höchstabzugsbetrag von 1.000 € gedeckelt. Davon sind aber Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände nicht umfasst, da diese nur für deren Nutzung und nicht für die Nutzung der Unterkunft getätigt werden. Die Nutzung der Einrichtungsgegenstände ist nicht mit der Nutzung der Unterkunft als solcher gleichzusetzen. Derartige Aufwendungen sind daher – soweit sie notwendig sind – ohne Begrenzung der Höhe nach abzugsfähig.

Hinweis: Wer aus beruflichen Gründen einen doppelten Haushalt führen muss, kann die Kosten für Einrichtungsgegenstände und Hausrat als Werbungskosten absetzen - und zwar unbegrenzt, wie der BFH nun entschieden hat. Denn Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat sind keine Unterkunftskosten. Sie haben Fragen zum Urteil oder zum Thema doppelte Haushaltsführung? Gerne beraten wir Sie für eine steuerlich optimale Lösung.

(BFH / RES JURA Redaktionsbüro)