Immobilienbesitzer aufgepasst: Vergünstigungen bei der Erbschaftsteuer

31.01.2019

Bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer gibt es Vergünstigungen, wenn es um zu Wohnzwecken vermietete Grundstücke geht. Die Bundesregierung bestätigte dies in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP, die sich nach den Auswirkungen der Erbschaft- und Schenkungsteuer auf die Entwicklung der Mieten erkundigt hatte.

Zu Wohnzwecken vermietete Grundstücke werden nur mit 90 Prozent ihres Wertes steuerlich angesetzt (sogenannter Befreiungsabschlag nach § 13d ErbStG). Daneben besteht nach § 28 Abs. 3 ErbStG die Möglichkeit, die Steuer auf zu Wohnzwecken vermietete Grundstücke über zehn Jahre zu stunden – bei Erwerben von Todes wegen sogar zinslos. Voraussetzung für die Stundung ist, dass der Erwerber sonst das Objekt veräußern müsste, weil er die Steuer nicht anderweitig finanzieren könnte.

Begünstigungen aus Gemeinwohlgründen

Die Begünstigungen wurden durch das Erbschaftsteuerreformgesetz 2009 aus Gemeinwohlgründen eingeführt. Sie sollen gewährleisten, dass vermietete Immobilien im Privatbesitz bleiben können und nicht aufgrund der Erbschaft- und Schenkungsteuer veräußert werden müssen, weil die Steuer sofort fällig wird. „Der Gesetzgeber wollte einen funktionierenden Markt auf dem Wohnungssektor erhalten, bei dem gerade das Angebot einer Vielzahl von Mietwohnungen durch private Eigentümer einen Gegenpol gegen die Marktmacht großer institutioneller Anbieter setzt“, erklärt die Bundesregierung

Mietentwicklungen im Fokus

Zur Frage der FDP, ob Sachverhalte bekannt sind, bei denen die Erbschaft- oder Schenkungsteuer bei der Übertragung von verbilligt überlassenem Wohnraum zu steigenden Mieten führt, heißt es, die Ertrags- und Verwaltungskompetenz für die Erbschaft- und Schenkungsteuer obliege den Ländern. „Der Bundesregierung liegen keine über die gegenwärtige Medienberichterstattung hinausgehenden Erkenntnisse zu diesem Themenkomplex vor“, teilte sie mit.

Hinweis: Ganz unabhängig vom Verkehrswert erben Kinder und Ehepartner selbstgenutzte Immobilien komplett steuerfrei, wenn sie nach dem Erbfall noch mindestens zehn Jahre in der Immobilie wohnen. Wird jedoch eine vermietete Immobilie vererbt oder verschenkt, sieht die Lage schon ganz anders aus und der Fiskus wird aktiv. Damit Sie den richtigen Verkehrswert ansetzen und keine Freibeträge übersehen, sollten Sie in solchen Fällen unbedingt einen erfahrenen Experten an Ihrer Seite haben. Gerne beraten wir Sie.

(Dt. Bundestag / RES JURA Redaktionsbüro)