Absetzbare Kosten für häusliches Arbeitszimmer bei geringfügiger Nutzung?

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sind dann nicht als Betriebsausgaben zu berücksichtigen, wenn nur eine geringfügige betriebliche Nutzung vorliegt und die private Nutzung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden.

In dem Streitfall erzielte die Klägerin neben ihrer Festanstellung gewerbliche Einkünfte aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage. In ihrer Steuererklärung machte sie Aufwendungen für ein Arbeitszimmer in Höhe von 1.700 € als Betriebsausgaben geltend. Die Aufwendungen für das Arbeitszimmer entsprachen 8,1 % der Gesamtkosten für ihr Wohnhaus und damit dem Flächenanteil des Arbeitszimmers (11,93 qm) an der Gesamtwohnfläche (149,03 qm).

Finanzamt verweigert Anerkennung

Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil für das Betreiben der Photovoltaikanlage kein Arbeitszimmer erforderlich sei. Auch der Einspruch und die Klage hiergegen hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht versagte den Betriebsausgabenabzug ebenfalls mit Urteil vom 25.01.2018 (Az. 6 K 2234/17), allerdings mit einer anderen Begründung als das Finanzamt: Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei zwar nicht die „Erforderlichkeit“, aber der Umfang der Privatnutzung eines häuslichen Arbeitszimmers zu prüfen.

Gewerbliche Nutzung ist zu gering, private Nutzung nicht ausgeschlossen

Aufwendungen für einen in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Einkünften als auch – in mehr als nur untergeordnetem Umfang – zu privaten Zwecken genutzt werde, seien insgesamt nicht abziehbar. Eine Aufteilung der Kosten finde nicht statt. Das Gericht habe aber nach Würdigung aller Umstände (u.a. den Feststellungen des Ermittlungsbeamten) die Überzeugung gewonnen, dass das Arbeitszimmer allenfalls wenige Stunden pro Jahr für betriebliche Zwecke und im Übrigen entweder privat oder gar nicht genutzt worden sei. Der Anteil der Privatnutzung sei zwar nicht zweifelsfrei feststellbar.  Erfolge aber – wie hier – eine nur geringfügige betriebliche Nutzung, sei der Betriebsausgabenabzug schon dann zu versagen, wenn der Raum auch nur vereinzelt privat genutzt werde.

Hinweis: Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer bei geringfügiger beruflicher Nutzung sind dem Finanzamt oft suspekt. Doch wann liegt „genug“ berufliche Nutzung zur die Anerkennung der Kosten vor? Steuerliche Streitigkeiten rund um das Thema Arbeitszimmer gibt es oft, was zeigt, dass viele Fälle äußerst komplex sind.  Vertrauen Sie sich deshalb in steuerlichen Fragen rund um das Arbeitszimmer besser einem Experten an.

(FG Rheinland-Pfalz / RES JURA Redaktionsbüro)

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